Laut Prognosen von UBS-Experten wird die US-Wirtschaft in eine Rezession abgleiten.
• Rezession in den USA wahrscheinlich
• Federal Reserve wird auf Rezession mit Leitzinssenkungen reagieren
• Alternatives Szenario: Langfristiges Wachstumsszenario mit Verlangsamung 2024
„Eines der Hauptmerkmale der UBS-Prognose ist der sehr ausgeprägte Lockerungszyklus der Fed, der sich ab März 2024 entfalten dürfte“, schrieb das Team um den UBS-Ökonomen Arend Kapteyn und den Strategen Bhanu Baweja laut Business Insider dazu in einer Mitte November veröffentlichten Notiz.
Prognose: Fed wird mit Zinssenkungen auf Rezession reagieren
Die Analysten der Schweizer Großbank gehen davon aus, dass die Federal Reserve im nächsten Jahr die Zinssätze um 275 Basispunkte senken wird – das wäre fast viermal mehr als vom Markt erwartet.
Die Rezession in den USA dürfte dann nach Einschätzung der Experten Mitte 2024 einsetzen, worauf die Federal Reserve mit umfangreichen Zinssenkungen reagieren werde. Die UBS-Banker betrachten die Zinssenkungen als „Reaktion auf die prognostizierte Rezession in den USA im zweiten bis dritten Quartal 2024 und die anhaltende Verlangsamung der Gesamt- und Kerninflation“, so Business Insider. Das Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession zwinge die Federal Reserve zu diesen Zinssenkungen. Auch die Arbeitslosenquote hat sich trotz Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank unterhalb der vier Prozent stabilisiert.
Das Fedwatch-Tool der CME Group zeige derzeit, dass die Märkte nur eine Senkung um 75 Basispunkte erwarteten. Die Prognose der UBS sieht allerdings einen ausgeprägten Lockerungszyklus der Fed ab März 2024 vor, mit einem erwarteten Zinssatz von 1,25 Prozent in der ersten Hälfte des Jahres 2025.
„Roaring 20“-Regime: Langfristiges Wachstumsszenario
Einige Analysten, darunter der Leiter der Vermögensallokation der UBS für Nord- und Südamerika, Jason Draho, sehen die überraschende Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft allerdings als Grundlage für eine deutlich positivere wirtschaftliche Entwicklung.
Das als „Roaring 20s“ bezeichnete Makro-Regime zeichne sich durch höheres BIP-Wachstum, sowie anhaltend hohe Inflation, Anleiherenditen und Zinssätze aus, so das Team um Jason Draho. Denn, obwohl die Geldpolitik seit März 2022 deutlich gestrafft wurde, hat die US-Wirtschaft bisher eine Rezession vermieden und ist stattdessen im dritten Quartal um 4,9 Prozent gewachsen, während die zehnjährigen US-Staatsanleihen zeitweise eine Rendite von annähernd fünf Prozent erreichten und damit den höchsten Stand seit über 16 Jahren.
„Während die Konjunkturbelebung und die Pandemieerholung zu beschleunigtem Wachstum, Inflation und höheren Zinsen führten, beeinflussten positive strukturelle Verschiebungen bei Gesamtangebot und -nachfrage auch das Wachstums- und Inflationsniveau von 2020 bis 2023“, folgerten Jason Draho und seine Kollegen in einer von der UBS veröffentlichen Präsentation. „Eine Möglichkeit ist, dass sich die US-Wirtschaft in einem neuen makroökonomischen Regime befindet, das aus einem „länger anhaltenden“ Wachstum, einer höheren Inflation und höheren Zinsen besteht“, schrieb der Leiter des US Investment Strategy Committee der UBS auf LinkedIn.